Hi, ich bin Sofie Guhl
Spring- & Dressurreiterin
Inhaltsverzeichnis
Sommerhitze mit Pferd
Wie komme ich mit meinem Pferd gut durch den heißen Sommer?
Während wir die heißen Sommertemperaturen genießen, kann es Pferden schnell zu warm werden. Die meisten Pferde können mit klirrendem Frost besser umgehen als mit großer Hitze. Die Wohlfühltemperatur endet bei Temperaturen über + 25 °C, kleine Unterschiede gibt es bei den Pferderassen, Nordische Pferde und Kaltblüter sind empfindlicher als Wüstenrassen, wie Berberpferde oder Araber.
Beherzige die folgenden fünf Sommertipps und genieße den Sommer mit deinem Pferd:
1. Weide statt Stall
Wenn irgend möglich, lass dein Pferd draußen im Sommer. Weidehaltung ist die natürlichste Form der Pferdehaltung und dein Pferd kann selbst entscheiden, wo es sich gerade aufhalten möchte. Wichtig ist dabei, unbedingt für ausreichend Schattenplätze und Wasserzugang zu sorgen. Wenn du keine Bäume auf der Weide hast, pflanze welche und überbrücke die Wuchszeit mit Unterständen.
Es gibt für dein Pferd im Sommer nichts Schöneres als den kühlenden Schatten eines Baumes. Alternativ stelle dein Pferd ab dem späten Vormittag in den Stall, dann kann es sich ausruhen und auch mal ein gepflegtes Schläfchen machen und lass es abends wieder raus auf die Weide. Pferde sind gerne nachts draußen, denn so können sie entspannt in der Kühle der Nacht fressen, ohne von Bremsen und anderen Insekten belästigt zu werden.
2. Gönne deinem Pferd eine Dusche
Pferde regulieren ihre Körpertemperatur durch Schwitzen. Hierbei werden viele Salze ausgeschwemmt (daher ist es auch im Sommer wichtig, auf ausreichende Mineralisierung zu achten). Diese Salze legen sich wie eine Kruste auf die Haut und verursachen Juckreiz. Außerdem zieht der Schweißgeruch Insekten an, die dein Pferd belästigen.
Ideal ist hier eine Dusche. Das Wasser kühlt den Körper, lindert Insektenstiche und reinigt schonend von Schweiß und Staub. Am besten spritzt du dein Pferd bei großer Hitze mit kühlem Wasser großflächig am ganzen Körper ab – ruhig auch etwas kälter, das ist entgegen der landläufigen Meinung völlig unbedenklich und kühlt sogar noch effektiver. Verzichte dabei auf Shampoo, damit die Fettschutzschicht erhalten bleibt. Wenn du gerade vom Reiten oder von der Arbeit kommst, lass dein Pferd kurz ruhig gehen und trinken, so viel es möchte – dann kannst du direkt mit dem Abduschen starten, ein langes Warten ist nicht nötig. Fange bei den Hinterbeinen an, arbeite dich zu den Vorderbeinen vor und spritze dann den restlichen Körper großflächig ab. Stelle den Wasserstrahl weich ein, das mögen die meisten Pferde lieber. Beim Kopf reicht meist ein weicher Schwamm, viele Pferde mögen keinen Wasserstrahl im Gesicht.
Wichtig: Verzichte auf das Abziehen mit dem Schweißmesser, wenn es um die Kühlung selbst geht. Lieber immer wieder frisches, kühles Wasser auf den ganzen Körper geben, statt abzuwarten oder abzutrocknen. Der alte Glaubenssatz, dass sich unter dem Wasser Wärme staut oder die Verdunstung das Pferd zusätzlich aufheizt, gilt heute als widerlegt: Wasser auf der Haut zieht Wärme vom Körper ab, und genau das läuft am schnellsten, wenn du kontinuierlich neues, kühles Wasser aufträgst, statt es abzuziehen. Erst wenn dein Pferd wieder normal temperiert ist, kannst du in Ruhe mit dem Schweißmesser überschüssiges Wasser samt gelöstem Schweiß und Salzen abziehen. Das entfernt Rückstände, die beim Trocknen Juckreiz oder verklebtes Fell verursachen könnten, ohne die vorherige Kühlung zu behindern.
3. Überanstrengung vermeiden
Im Sommer solltest du im Hinblick auf deine Reitaktivitäten flexibel sein. In der Mittagshitze sind große Anstrengungen weder für dich noch für dein Pferd empfehlenswert. Nutze in der Früh die kühle frische Morgenluft und am Abend die milde Sonnenuntergangsstimmung. Zu diesen Zeiten hast du auch weniger Probleme mit Insekten. Schütze dein Pferd mit einem sanften Insektenmittel oder verwende eine Reitfliegendecke, dann reitet es sich wesentlich entspannter.
Turniere finden allerdings auch zur Mittagszeit statt. Auf solche Herausforderungen müssen Pferde langsam vorbereitet werden, sonst kann es zu ernsthaften Kreislaufproblemen kommen. Bedenke auch, dass du älteren Pferden solche Belastungen nicht zumuten darfst. Zeigt dein Pferd Anzeichen von Überhitzung (Schwanken, starkes Schwitzen, erhöhte Temperatur), stelle es sofort an einen kühlen, schattigen Platz.
4. Kreislauf stabilisieren von innen
Gerade wenn dein Pferd zu Kreislaufproblemen im Sommer neigt, gibt es auch einige Futterkräuter und vitalstoffreiche Inhaltsstoffe, die einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System haben können. So sind beispielsweise Ginkgo und Weißdorn dafür bekannt, die Durchblutung zu fördern und so den Kreislauf zu unterstützen. Außerdem sind gerade Kalium, Magnesium und Omega-3-Fettsäuren wichtige Bausteine für einen stabilen Kreislauf. Es kann also sinnvoll sein, die tägliche Futterration mit einer natürlichen Herznahrung zu ergänzen, die diese Inhaltsstoffe vereint.
5. Regelmäßige Kontrollgänge machen
Sicher ist sicher, eine Kontrolle zu viel ist besser als eine zu wenig. Bei Pferden auf der Weide kann so einiges schief gehen. Daher solltest du auf folgende Punkte besonders achten:
- Pferde können sich auch mal ins Gehege kommen, achte daher regelmäßig auf Verletzungen.
- Stelle deinem Pferd jederzeit frisches Wasser zur Verfügung. Selbsttränken sind die komfortabelste Lösung, aber nicht immer vorhanden. Stelle Wasserwagen und Wasserwannen bitte kippsicher im Schatten auf. Hier ist Hygiene besonders wichtig!
- Gehe regelmäßig die Koppelumzäunung ab. Ein kaputter Zaun birgt nicht nur ein hohes Verletzungsrisiko, Pferde können ausbrechen und sich in Lebensgefahr bringen.
- Neben dem frischen Gras benötigen Pferde zusätzlich unbedingt Heu! Stelle sicher, dass auch auf der Weide stets Heu zur Verfügung steht. Nur so stellst du sicher, dass dein Pferd immer etwas zu kauen hat und die Rauhfutterversorgung abgedeckt ist. Sonst läufst du Gefahr, dass dein Pferd Magenprobleme bekommt!
6. Sonnenbrandgefahr!
Auch Pferde können einen Sonnenbrand bekommen. Pferde mit heller Haut - das ist genauso wie bei uns Menschen - sind empfindlicher gegen Sonneneinstrahlung. Der Bereich rund um die Nase ist besonders gefährdet. Einen Sonnenbrand erkennst du an roten Stellen und Schorfbildung auf der Nase.
An extremen Sonnentagen kannst du dein Pferd an den erwähnten Stellen mit Sonnencreme schützen, sofern es sich von dir eincremen lässt. Auch biologisches Kokosöl bietet einen gewissen Sonnenschutz und ist absolut hautverträglich.
Fazit:
Pferde kommen mit Kälte besser klar als mit Hitze, die Wohlfühlzone endet bei über 25 °C . Stelle deinen Pferden Schattenplätze zur Verfügung oder laß sie tagsüber im Stall. Sorge stets für frisches Wasser und gleiche Mineralverluste aus. Achte besonders auf Weidesicherheit im Hinblick auf Verletzungen und beschädigte Weidezäune. Schütze dein Pferd vor Sonnenbrand.
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