Hi, ich bin Alix von Kaehne

Pferdewissenschaftlerin & Turnierreiterin

Inhaltsverzeichnis

    Winterchaos mit Pferd – Gut durch die kalte Jahreszeit kommen

    Von Frost bis Schnee – die 10 häufigsten Fragen zu Haltung, Fütterung und Bewegung im Winter. 

    Wenn der Winter Einzug hält, verändert sich nicht nur die Landschaft, sondern auch der Alltag mit unseren Pferden. Kälte, Schnee und Eis werfen Fragen auf: Friert mein Pferd? Bewegt es sich genug? Muss ich etwas anpassen? Wir beantworten die zehn häufigsten und wichtigsten Fragen, die Pferdebesitzer jetzt beschäftigen.

    Bis zu welcher Temperatur dürfen Pferde draußen bleiben?

    Pferde sind evolutionär auf extreme Wetterbedingungen vorbereitet. Ihr Organismus kann Kälte deutlich besser regulieren als Hitze. Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Temperaturgrenze, sondern das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Fellqualität, Gesundheitszustand, Fütterung, Bewegung, Windschutz und Bodenbeschaffenheit. Ein gesundes Pferd mit dichtem Winterfell, ausreichender Heuversorgung und einem trockenen, windgeschützten Rückzugsort kann auch bei –15 °C oder kälter problemlos draußen bleiben.


    Problematisch wird Kälte dann, wenn sie mit Feuchtigkeit, Wind oder Energiemangel zusammentrifft. Nasses Fell verliert seine isolierende Wirkung, Wind verstärkt den Wärmeverlust massiv. Alte Pferde, sehr junge Tiere, Pferde mit Zahnproblemen, Untergewicht oder chronischen Erkrankungen benötigen besondere Aufmerksamkeit. Der größte Fehler im Winter ist nicht zu viel Kälte – sondern zu wenig Beobachtung

    Schnee im Fell – Mit Decke oder regelt das die Natur?

    Schnee auf dem Fell wirkt für uns kalt, ist für Pferde aber oft ein Zeichen optimaler Isolation. Das Winterfell stellt sich auf, schließt Luft ein und bildet eine natürliche Wärmeschicht. Solange der Schnee trocken bleibt und nicht schmilzt, schützt er das Pferd sogar zusätzlich vor Wind.


    Eingreifen ist erst dann nötig, wenn Schnee durch Tauwetter oder Bewegung nass wird, sich bis zur Haut durcharbeitet oder das Fell durch Decken plattgedrückt wird. Decken können sinnvoll sein – etwa bei geschorenen, alten oder sehr dünnen Pferden – sie ersetzen jedoch nie die Eigenregulation. Wer deckt, übernimmt Verantwortung: tägliche Kontrolle, korrektes Anpassen und das Wissen, wann weniger mehr ist. Hier können zur Überwachung der Temperatur auch sehr gut Thermometer an der Decke angebracht werden.   

    Schnee und Eis an den Hufen – harmlos oder Risiko?

    Hufe sind im Winter besonders gefordert. Schneeballen entstehen, wenn Schnee unter dem Huf verdichtet wird und festfriert. Dadurch verändert sich die natürliche Stellung des Beins – das Pferd läuft quasi auf „Absätzen“. Dies belastet Sehnen, Bänder und Gelenke erheblich und erhöht die Sturzgefahr.


    Beschlagene Pferde sind besonders betroffen, da sich Schnee leichter an Eisen festsetzt. Barhufpferde haben meist besseren Bodenkontakt, sind aber ebenfalls gefährdet. Regelmäßiges Auskratzen, angepasste Hufbearbeitung mit zum Beispiel Schneegrips unterm Eisen, geeignete Untergründe und bewusst geführte Bewegung sind entscheidend.  

    Glatteis auf der Koppel – wann wird Bewegung zum Risiko?

    Bewegung ist für Pferde auch im Winter lebenswichtig, doch Glatteis erfordert klare Entscheidungen. Besonders gefährlich sind stark frequentierte Laufwege, Tränkenbereiche, Unterstandseingänge und abschüssige Flächen. Schon ein einzelner Ausrutscher kann zu ernsten Sehnen- oder Gelenkverletzungen führen. Die Lösung liegt nicht im Einsperren der Pferde, sondern im Anpassen der Bewegungsflächen. Oft bietet fester, griffiger Schnee mehr Halt als blankes Eis.

    Für mehr Trittsicherheit haben sich zwei Materialien bewährt:

    Kantiger, gewaschener Streusand bietet sehr guten Grip auf Eis und festem Schnee, ist pferdefreundlich, kostengünstig und auch bei starkem Frost wirksam. Sand sollte regelmäßig nachgestreut werden und eignet sich besonders für Laufwege, Paddocks und Tränkenbereiche.


    Kies oder Splitt (2–5 mm, ohne scharfe Kanten) ist extrem rutschfest und bleibt auch bei Tauwetter wirksam, erfordert jedoch eine regelmäßige Hufkontrolle, da sich kleine Steine im Huf oder in der Strahlfurche festsetzen können.


    Gezielt gesicherte Flächen ermöglichen auch im Winter Bewegung – in einem Rahmen, der Sicherheit für Körper und Nervensystem bietet.

    Trinken Pferde bei Schnee genug?

    Wasser ist im Winter ein stilles Risiko. Viele Pferde trinken bei sehr kaltem Wasser deutlich weniger. Schnee kann den Flüssigkeitsbedarf nicht ersetzen – dafür müssten Pferde enorme Mengen aufnehmen. Die Folgen sind oft schleichend: trockener Kot, verlangsamte Verdauung, erhöhte Kolikgefahr.


    Besonders Pferde mit hoher Heuaufnahme sind gefährdet. Lauwarmes Wasser wird nachweislich besser angenommen und unterstützt die Darmfunktion. Tränken sollten täglich kontrolliert und bei Bedarf enteist werden. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist im Winter genauso essenziell wie im Sommer – wird aber häufiger übersehen.  

    Tipp:

    Biete deinem Pferd lauwarmen Kräutertee an. Das regt zum Trinken an

    Bewegung im Winter – weniger ist nicht automatisch besser

    Kälte verleitet viele Halter dazu, Bewegung stark einzuschränken. Dabei ist Stillstand einer der größten Stressfaktoren für den Pferdekörper. Gelenke benötigen Bewegung zur Schmierung, Muskeln zur Durchblutung, der Darm zur Aktivität. Bewegung erzeugt Wärme von innen und unterstützt das Immunsystem.


    Wichtig ist nicht Intensität, sondern Regelmäßigkeit und Sicherheit. Ruhige, gleichmäßige Bewegung auf geeignetem Untergrund ist wertvoller als seltene, anstrengende Einheiten. Auch mentale Bewegung – Abwechslung, Struktur, klare Routinen – spielt im Winter eine große Rolle. 

    Winterfell richtig verstehen – scheeren oder lassen?

    Das Winterfell ist ein hochsensibles Anpassungssystem, gesteuert durch Tageslicht und Temperatur. Ob ein Pferd geschoren werden sollte, hängt daher nicht vom Monat ab, sondern vom tatsächlichen Arbeits- und Lebensalltag. Stark trainierte Pferde schwitzen im Winter häufig stark und können nach der Arbeit nur schwer trocknen. In solchen Fällen kann eine gezielte Schur sinnvoll sein, um Überhitzung zu vermeiden und ein kontrolliertes Abtrocknen zu ermöglichen.


    Freizeit- und Robustpferde profitieren hingegen meist von ihrem natürlichen Fell. Es schützt zuverlässig vor Kälte, Wind und trockener Winterluft, solange das Pferd gesund ist, ausreichend frisst und einen wettergeschützten Rückzugsort hat. Wichtig ist dabei, das Fell nicht unnötig zu manipulieren, denn jede Schur greift in die natürliche Thermoregulation ein.


    Entscheidend ist auch das Management nach dem Scheren: Ein geschorenes Pferd benötigt angepasste Decken, regelmäßige Kontrolle und Schutz vor Auskühlung. Halbherzige Lösungen – etwa Teilschuren ohne entsprechendes Deckenmanagement – führen oft zu Frieren oder ständigem Temperaturstress. Hier kann auch ein Deckenthermometer helfen für das Management. Ziel sollte immer sein, dem Pferd entweder seine natürliche Regulation zu lassen oder sie bewusst und konsequent zu begleiten.  

    Pferde fressen Heu im Schnee

    Fütterung bei Kälte – braucht mein Pferd jetzt mehr Energie?

    Kälte erhöht den Energiebedarf von Pferden, doch entscheidend sind Alter, Gesundheitszustand und Haltung. Die wichtigste Energiequelle ist immer Raufutter, denn die Heuverdauung erzeugt Wärme. Zu wenig Heu führt schneller zu Frieren als zu wenig Kraftfutter.


    Gesunde, erwachsene Pferde kommen im Winter meist mit mehr Raufutter aus. Alte Pferde benötigen oft zusätzlich leicht verdauliche Raufutteralternativen, da ihre Verdauung und Wärmeproduktion nachlassen. Junge Pferde brauchen kontinuierliche Energie für Wachstum und Thermoregulation. Kranke Pferde haben häufig einen erhöhten Grundbedarf, reagieren aber sensibel auf Futterumstellungen.


    Kraftfutter sollte nur bei echtem Mehrbedarf angepasst werden. Lange Fresspausen und hektische Umstellungen belasten den Stoffwechsel. Eine ruhige, gleichmäßige Fütterung unterstützt den Körper – und die innere Stabilität – besonders in der kalten Jahreszeit. 

    Atemwege im Winter – oft kritischer als im Sommer

    Winterluft ist kalt und trocken und reizt die Atemwege stärker als viele Sommerbedingungen. Gleichzeitig verbringen Pferde mehr Zeit im Stall, wo Staub, Schimmelsporen und Ammoniak die Schleimhäute zusätzlich belasten. Diese Kombination macht den Winter für die Lunge besonders anspruchsvoll.


    Bei Bewegung in kalter Luft muss die eingeatmete Luft erwärmt und befeuchtet werden. Bei ruhiger, gleichmäßiger Arbeit gelingt das gut, bei intensiver Belastung kann es jedoch zu Reizungen kommen – vor allem bei empfindlichen Pferden. Eine gute Aufwärmphase und angepasste Trainingsintensität sind daher wichtig.


    Husten im Winter ist kein Normalzustand. Gute Belüftung, staubarme Einstreu, angefeuchtetes oder bedampftes Heu und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft unterstützen die Selbstreinigung der Atemwege und tragen zu einer gesunden Lungenfunktion bei. 

    Schnee als Stressfaktor – was Pferde jetzt wirklich nervt

    Schnee verändert die Wahrnehmung der Welt. Geräusche klingen anders, Kontraste verschwimmen, vertraute Wege fühlen sich unsicher an. Viele Pferde reagieren mit Vorsicht, andere mit Spannung oder Schreckhaftigkeit. Dieser Stress ist weniger körperlich als sensorisch und mental.


    Sicherheit entsteht durch klare Routinen, ruhige Abläufe und verlässliche Strukturen. Pferde orientieren sich stark an ihrer Umgebung und an den Menschen, die sie begleiten. Je ruhiger und klarer diese Führung ist, desto entspannter erleben Pferde auch die Schneezeit. 

    Fazit:

    So kommt dein Pferd sicher durch die Winterzeit: Der Winter stellt besondere Anforderungen – doch mit dem richtigen Blick auf Fell, Fütterung, Bewegung und Umgebung kommen Pferde mit Kälte und Schnee meist erstaunlich gut zurecht. Nicht starre Regeln, sondern aufmerksames Beobachten, angepasstes Management und ruhige Routinen sind der Schlüssel zu einem gesunden Winteralltag. Wer seinem Pferd ausreichend Futter, frische Luft, sichere Flächen und einen geschützten Rückzugsort bietet, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass es auch in der kalten Jahreszeit stabil, entspannt und vital bleibt. 

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      Nadine Nitsche Pferd

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